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11. Juni 2020

Erzbischof von Lomé Mgr Nicodème A. Barrigah-Bénissan übernimmt die Projektpartnerschaft für das Biblio- und Mediathekprojekt

Nach einer kompletten Haushalts- und Projektplanung geht jetzt auch das Biblio- und Mediathek auf die Zielgerade

2020 ist kein Jahr wie jedes andere in der mittlerweile 48-jährigen Geschichte unserer CV-Afrika-Hilfe. So wurde die Cartellversammlung abgesagt und die offizielle Einführung unseres neuen Protektors seiner Exzellenz des Hochwürdigsten Herrn Bischof Philippe Alain Mbarga (Ebolowa, Kamerun) sowie die Vorstellung des AH-X André Afanou (Rheno-Togo-To) musste auf andere Weise umgesetzt werden. Ebenso mussten wir die erste Teilnahme einer Charge der Rheno-Fua-Ndem abgesagt werden, nachdem wir die Finanzierung endlich geschafft hatten. Aber, 2021 besteht die nächste Chance.
2020 wird aber von der COVID-19-Pandemie dominiert, die spätestens seit Ende März auch in afrikanischen Projektländern wie Ghana, Kamerun, Ruanda und Togo angekommen ist. Um nur drei der zwanzig Staaten, in denen wir regelmäßig Projekte umsetzen, anzuführen.
Und es wäre ein Fehler auf die offiziellen Corona-Fälle zu gehen. Denn wo nicht getestet wird, da verlieren die Zahlen ihre Aussagekraft. Und es ist bei Leibe nicht so, dass von COVID-19 die Hauptgefahr ausgeht, auch wenn die medizinischen Stationen wirklich nicht einmal ansatzweise deutsche Standards erfüllen und die notwendigen Beatmungsgeräte Mangelware sind. Anfang April 2020 waren in den meisten afrikanischen Staaten noch nicht einmal bei 20-30 Prozent der üblichen Vorsorgemaßnahmen gegen Malaria, HIV und Tuberkulose umgesetzt. Und die Lockdowns treffen die Menschen viel härter, als bei uns. Nicht selten leben die Menschen vom Tagesverdienst und Kurzarbeitergeld, Lohnfortzahlung wegen der Pandemie sind noch nicht einmal die Ausnahme. Auch das medizinische Personal steht somit unter enormen Druck. Eine Corona-Quarantäne kann für sie schnell zu einer existenzgefährdenden Situation führen. Und so scheut sich das dringend benötigte medizinische Personal nicht selten vor Behandlungen bzw. schiebt sie auf. Um die Gefahr vor Ort vielleicht etwas deutlicher zu machen. Wenn wirklich alles zusammenkommt, reden die ersten Mediziner schon von 10-16 Prozent mehr Malariafällen und 18-26 Prozent mehr malariabedingten Toten. Dies klingt im ersten Moment vielleicht nicht nach viel, entspricht im schlechtesten Fall aber 36 Millionen zusätzlicher Erkrankten und fast 100.000 zusätzlichen Toten in der Südsahel-Zone. Und wie immer wird es die Kinder am Härtesten treffen.
Unsere Probleme vor Ort sind aber noch viel greifbarer, wie folgendes Beispiel zeigt: wir haben 2018/9 eine Entbindungsstation neu aufgebaut, doch wer macht bei einem Shutdown und fehlenden Hygieneausstattungen den notwendigen Kaiserschnitt?!
Wegen all dieser Punkte stellte der Vorstand der CV-Afrika-Hilfe den kompletten Haushaltsplan für die Projektierung in 2020 um. Unser Biblio- und Mediatheksprojekt wurde zurückgestellt und wir starteten teils neue Projekte bzw. zogen andere Projekte, die nun einfach wichtiger waren, vor.
Als erstes Projekt starteten wir in Ruanda den Bau einer Hühnerfarm am Kindergarten Saint Antoine (Nyir’umushinga, Huye Distrikt, Ngoma-Sektor). Dieser konnte fertiggestellt werden, bevor die COVID-19-Maßnahmen vollumfänglich griffen. Er versorgt jetzt den Kindergarten mit Eiern und schon bald auch mit Hühnchen. Das Fernziel ist eine florierende Hühnerfarm, die durch Marktverkäufe neue Arbeitsplätze generiert und die finanzielle Absicherung des Kindergartens sichert. Auch die Zuwendungen zum Schulprojekt im Südsudan konnten noch abgewickelt werden.
Fast gleichzeitig gingen wir aber die Unterstützungsmaßnahmen gegen COVID-19 in den aktuellen Kindergarten- und Schulprojekten an. So wurden 5.400 Euro an unseren Projektpartner Père Roger Komlan Fombo, Schulprojekt in der Diocèse d’Atakpamé angewiesen, damit Masken, Desinfektionsmittel, Seife uvm. angeschafft werden können. Der Schulneubau in Atakpamé wurde gezielt als Ersatz für den offenen Bretterverschlag zwischen mehreren Dörfer gebaut, damit die Kinder durch eine zentrale Anlaufstelle nicht mehr so lange Wege zurückzulegen haben, ggf. auch dort übernachten können. Vom Mehrwert für einen guten Unterricht gar nicht erst groß zu sprechen. In der COVID-19-Pandemie wäre ein Ausbruch in der Schule aber gerade durch die schulische Versorgung für mehrere Dörfer eine Katastrophe. Die nun angeschafften med./ san. Bedarfsmittel erhalten zudem den Schulunterricht an sich bis mindestens Jahresende am Laufen. Mit zusätzlichen 3.400 Euro haben wir die notwendigen Anschaffungen in der Dispensaire de Bêta Akoda (Togo), der Entbindungsstation Anfoin und dem Kindergarten in Lomé uem. gestartet. Hier ist der Projektpartner ist André Kangni Afanou. Weitere 5.400 Euro wurden für Anschaffungen am Séminaire St. Jean XXIII in Kamerun zur Verfügung gestellt. Projektpartner ist Bischof Philippe Alain Mbarga.
Als CV-Afrika-Hilfe haben wir uns gegen Materialspenden entschieden und für das Zur-Verfügung-stellen von Geldern. Das Material konnte somit in den jeweiligen afrikanischen Staaten angekauft werden, wodurch die lokale Wirtschaft unterstützt wurde. Hilfsweise: Gehalt eines Schullehrers in Kamerun liegt zwischen 200 und 620 Euro, in Togo zwischen 85 und 320 Euro; abgesehen von den Hauptstädten.
Die CV-Afrika-Hilfe hat in den letzten zwei Dekaden sehr viele Wasserversorgungs- und Sanitärprojekte (Mineralwasserherstellung, Brunnen, Wasseraufbereitung, Schultoiletten) durchgeführt. Wenn man bedenkt, dass in vielen Regionen gerade das Wasser zur Hygiene fehlt, schätzen wir uns hier glücklich, alle eingegangenen Anträge angenommen und umgesetzt zu haben – vor allem an den über 15 Schulen. Denn gegen COVID-19 hilft jetzt vor Ort vor allem Hygiene.
In den nächsten Wochen werden wir jetzt einen engen Kontakt mit unseren teils langjährigen Projektpartnern halten und schauen wo wir helfen können. Caritas und Religio, dass gilt erst recht in dieser für uns allen schweren Zeit. Eines aber ist zu 100% klar, wir werden unsere Freunde und Partner nicht alleine lassen.
Am 11. Juni 2020 ereilte uns dann aus Togo noch eine überaus erfreuliche Nachricht. Der Erzbischof von Lomé Mgr Nicodème A. Barrigah-Bénissan übernimmt die Projektpartnerschaft für das Biblio- und Mediathekprojekt und arbeitet mit unserem langjährigen Projektpartner André Afanou vor Ort zusammen. Somit können wir auch hier auf eine Umsetzung bis 12/2020 hoffen.
Für den Vorstand der CV-Afrika, Phelan Andreas Neumann CM! RFN!

 

Schlagworte dieses Artikels: Pressemitteilung

 

 

 

 

 

 

 

     
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